War die Eingewöhnung der kleinen Spanierin eigentlich schwierig?

Meine kleine Spanierin Nikita machte glücklicherweise kaum den Eindruck, als ob ihr die Umgewöhnung vor 3 Jahren schwer fiel.

Sie schien auch keine Sprachprobleme gehabt zu haben. Sie war immer respektvoll und aufmerksam und verstand, was ich von ihr wollte.

Sie ist auf der Pflegestelle gleich in unser Auto gestiegen, hat nie geweint auf dem Weg oder dann Zuhause.

Hatte anfangs Giardien, aber die haben wir schnell in den Griff bekommen.

Und sie schien sich von Anfang an wohl zu fühlen bei uns.

1,5 Kilo Untergewicht hatte sie und hat alles gefressen, was sie finden konnte. Aber das haben wir auch hinter uns gelassen.

Ein wundervoller Hund.

Wieviel Erziehung muss sein?

Die Havis haben’s schon gut. Sie sind so süß, dass man ihnen Unartigkeiten verzeiht, die bei größeren oder „böseren“ Hunden für viel Ärger sorgen würden.

Wenn Nikita sich in der Gaststätte zum Betteln auf die Hinterbeine stellt, sind alle nur entzückt.

Sie darf alles, was andere und uns nicht stört, gefährdet oder nervt. Bellen, Fiepen, Rumnerven beim Betteln, z. B. – das darf sie aber trotzdem nicht.

Leinen los!

Ich finde ohne Leine entspannter, als wenn da immer einer rumzuppelt.

Natürlich nur, wo ich es für sicher halte: In den Hinterhöfen hier (schön viel Wiese und Weite), oder an der Elbe.

Ich lass sie sogar in vielen Zooläden einfach Platz machen und lege die Leine daneben, wenn keine anderen Kunden in der Nähe sind. Dann kann ich besser Aquarien angucken. Hab ich mit ihr geübt, da gibt’s dann die tollsten Leckerli dafür.

Gegen das Bellen und Hinterherlaufen in der Wohnung

Die Sitzdose.

Der Tipp kam in der Havigruppe. Hier die Erklärung dazu.

Das probiere ich.

Nikita bellt immer, wenn es an der Tür klingelt, und sie läuft mir überall hin nach.

Jetzt hab ich ihre allerliebsten Knoblauchsnacks zerschnippelt in einem Glas im Zimmer.

Wir üben, dass sie mir nicht in der ganzen Wohnung hinterher läuft, sondern gern im Zimmer bleibt. Erst recht, wenn der Paketbote klingelt oder ich mal kurz aus dem Haus muss.

Sie hat selbst damit angefangen, im Zimmer zu bleiben, als sie herausfand, dass ich manchmal mit einem Snack für sie zurück ins Zimmer komme. Jetzt nutze ich die allertollsten Lieblingssnacks ausschließlich für diese Übung.

Nie gibt’s Abendbrot – ein Drama in x Akten

Nikita weiß genau, dass es um 6 Abendessen gibt. In letzter Zeit versucht sie allerdings schon 1 bis eine halbe Stunde vorher, mich rumzukriegen. Mit allen Mitteln.

Gut, es ist nachzuvollziehen. Sie stammt aus dem Tierschutz in Spanien und musste vermutlich um ihr Essen kämpfen. Und das wird auch nicht immer das tollste Fleisch gewesen sein.

Sie wog jedenfalls 1,5 Kilo weniger als jetzt seit 2 Jahren (und war schon ausgewachsen) und war definitiv unterernährt, als sie zu mir kam.

Ihr könnt euch sicher sein, um 18 Uhr füttere ich sie. Auf den Glockenschlag. Und vormittags bekommt sie auch eine Portion. Ich lasse sie nicht wirklich hungern.


Nie kriegt sie was zu essen. Und nie Aufmerksamkeit! #Dramaqueen

Jetzt liegt sie so. Am Verhuuuungern!

Jeden Abend muss man hier erst Theater machen, bevor man mal was zu essen kriegt …


Nächster Tag, 17:30 Uhr, und sie tut’s schon wieder. Hart bleiben, Frauchen. Essen gibt’s um 6.

Hat auch geklappt: Punkt 6 klingelte jemand, um Möbel abzuholen, und ich stelle Nikita den Napf hin, verließ die Wohnung, und sie hat nicht gebellt!!!


Noch ein paar Tage später:

17:43 Uhr – noch 17 Minuten bis zum Abendbrot. Mein dramatischer Hund trinkt demonstrativ Wasser, um den leeren Magen zu füllen und sucht die Krümel von Leckerlis im Zimmer zusammen, die sie sonst immer verschmäht. Sooo hungrig.

Natürlich hat sie wieder um 18 Uhr Abendessen bekommen. Sie scheint aber auch nach dem Füttern noch hungrig gewesen zu sein und hat noch Kekse und die Rinderrippe mit Fleisch/Fett dran zur freien Verfügung gehabt.

Ich kontrolliere regelmäßig ihr Gewicht auf immer der selben Waage (in einem Zoogeschäft). Das hält sie jetzt schon seit 2 Jahren. 5,5 Kilo. Fast auf’s Gramm genau.

Wie Nikita aufhörte, jeden Müll zu fressen

Nikita kam ja aus der Tötungsstation und dem „Auffanglager“ vom Tierschutzverein, und sie war 1,5 Kilo zu dünn, als ich sie bekam. Sie wog ca. 4 Kilo, und die Tierärztin sagte auch, ein bisschen könne sie schon zunehmen.

Sie war ein fröhlicher, respektvoller und liebevoller Hund, aber besonders kurz geschoren (sie war ja auch verfilzt gewesen) bot sie einen erbärmlichen Anblick.

Ja, sie war schon erwachsen. Geschätzte 2 Jahre.

Sie hat jedes Schulbrot gefressen, das wir unterwegs fanden.

Und das angeschimmelte Würstchen, das wir grad in den Mülleimer tun wollten. Das hat sie zu 3/4 verschlungen, eh ich es ihr entreißen konnte.

Ich fütterte von Anfang an Nassfutter, und sie bekam reichlich gute Leckerlis.

Nach 6 bis 9 Monaten hatte sie ihr heutiges Gewicht erreicht – 5,5 Kilo -, das sie nun auch schon seit 2 Jahren hält.

Heute hat sie eine stabile, proppere Figur.

Und bei der Auswahl der Leckerli ist sie von selbst dann sehr wählerisch geworden.

Aus Angst vor Giftködern hab ich ihr allerdings auch jegliches Aufnehmen verboten.

Brot und selbst Fleisch oder Hundeleckerlis auf dem Gehweg beschnuppert sie höchstens noch, frisst es aber nicht mehr.

Bei Fleischbällchen oder Wurststückchen vertraue ich ihr da allerdings immer noch nicht. Die sind vermutlich zu verlockend. Es heißt also, wachsam bleiben.

Was aus den Regeln wurde, die man sich vor Einzug des Hundes aufgestellt hatte

Ha ha, bevor der Herzensbrecher einzieht, stellt man viele Regeln auf.

Ich bin Vegetarier und hab mir geschworen, nix, was ich anfassen muss, darf vom toten Tier sein. Heute schlafe ich zwischen Ohren, Hufen und Rippen.

Und wie zimperlich ich, als nur die Mitbewohnerin ihren Hund (Flora) hatte, mit dem Löffel war, mit dem sie das Dosenfutter rausgeholt und den sie dann nur von Hand unter laufendem Wasser abgespült hatte!!