Unkonventioneller Hunde-Gassi-Gang heute

Heute regnet es. Also haben wir keine Riesenspazierrunde gedreht. Ich hatte keine Lust dazu, und Nikita hasst es auch, nass zu werden.

Aber Hunde müssen doch „ausgepowert“ werden

Nö, müssen sie nicht.

Nicht alle. Nikita ist kein Jagdhund, kein Arbeitstier. Sie zählt zu den Begleit- und Gesellschaftshunden. Ihre Rasse (Havaneser) wurde tatsächlich als Schoßhündchen gezüchtet.

Und trotzdem hatte Nikita heute vielleicht die zwei besten Ausflüge seit langem.

Jeder weiß: Hunde müssen spazieren geführt werden. Weil sie die Abwechslung brauchen und ihr Gehirn und ihre Nase gefordert sein wollen.

Mache ich auch.

Und das Gassigehen dient natürlich als Toilettengang.

Aber Nikita lebt am meisten auf, wenn sie Menschen treffen kann.

Und die hatten wir heute reichlich.

Auf der Vormittagsrunde:

Der alte Herr aus dem Altersheim saß gerade draußen. Ich hielt natürlich 2m Corona-Abstand, aber Nikita durfte zu ihm und war der glücklichste Hund. Und der Mann natürlich – der war auch von Herzen froh. Er hat ja grad echt kaum Abwechslung. Es war herzerwärmend!

Dann kamen noch 2 weitere „Nikita-Fans“ vorbei, und Nikitas Rute drehte sich im Kreis wie ein Propeller.

Und jetzt am Nachmittag:

Da trafen wir eine Mitarbeiterin einer der Firmen aus dem Haus, die meinen Hund liebt und von ihr geliebt wird.

Nikita pieselte nur kurz in unseren Hinterhof, aber durch die Begegnung mit der Frau war sie so glücklich, dass sie die „Zoomies“ bekam und völlig aufgedreht herumraste, mich zum Spielen aufforderte, herumsprang und sich freute.

Und jetzt wieder zufrieden und müde ist und ein weiteres Nickerchen hält.

So einfach kann’s sein.

Wir achten auf unsere wahren Bedürfnisse.

Wir machen keine 3 Stunden Spaziergänge. Und Hundesport. Und was nicht alles, um den armen Hund „auszupowern“.

Wir leben so, wie es uns entspricht.

Abwechslung und Menschenkontakt ist für Nikita das Größte.

Und ich bin auch faul.

So passt das in unser Leben.

Traust du dich, so zu leben, wie es deiner wahren Natur entspricht?

 

Es nagt!

Es nagt!

Und ich bin so froh.

Sie hat das nämlich ewig nicht mehr getan.

Ich vermute, weil sie sich nicht sicher genug gefühlt hat.

Wir haben bis vor Kurzem in einer WG gewohnt, und da war auch die Französische Bulldogge der Mitbewohnerin. Die Nikita gern mal ‚gebullyt‘ hat.

Jedenfalls hat Nikita nicht mal mehr knusprige Hundekekse angenommen. Alles, was länger zu kauen braucht als nur ein Happs.

Und das hat sich schon an ihren Zähnen bemerkbar gemacht: Erste Verfärbung und gelegentlicher Mundgeruch.

Deshalb bin ich jetzt so froh, dass es jetzt doch wieder angefangen hat zu nagen.

Manchmal pimpe ich ihr so’n hartes Nageding, indem ich ihr liebstes weiches Leckerli irgendwie drin verklemme. Damit sie zum Nagen angeregt wird. Und das klappt auch.

PS: Die Rinderrippe klingt bei ihr wie Zwieback. Die muss echt starke Zähne haben!

„Bring mit“

„Bring mit“ – also quasi Apportieren.

Nikita trägt gern Sachen.

Sie zieht mir z. B. Handschuhe und Mütze aus und trägt die dann die Treppen zur Wohnung hoch.

Sie hat von selbst angefangen, auf Spaziergängen gefundene leere Kaffeebecher etc. zu tragen, da hab ich immer „Bring mit“ gesagt.

Kong-„Therapie“

Nikita bekommt ihr Abendessen – Dosenfutter – derzeit mit dem Kong (ein Gummispielzeug zum Befüllen).

Damit schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe:

  1. Sie leckt zum Stressabbau. Es beruhigt sie. (Häufig leckt sie auch ausgiebig Hände und Waden, und leider auch ihre Pfoten.)
  2. Sie wird grad immer schon 1 Stunde früher hungrig und isst so langsamer und länger.
  3. Sie lernt, dass es nur auf diesem Kissen den tollen Kong gibt. Wenn ich sie mal alleine lassen muss, dann kennt sie das schon, genießt den Kong, ist abgelenkt. Ich übe auch jetzt immer schon mal, irgendwas in der Wohnung zu tun, während sie im Zimmer mit dem Kong alleine bleibt.

Ich hab den Kong in Größe M gekauft. Der fasst genau eine Portion von Nikitas Futter. (Sie bekommt Herrmanns, davon füttert man 2 x am Tag nur 1 großzügigen Esslöffel voll.)

So kamen wir zu unseren Besuchen im Pflegeheim – ganz ohne Ausbildung

Bei uns war es so, dass einer der Herren, die immer vor dem Heim in der Sonne auf der Bank saßen, sich mit Nikita angefreundet hat.

Und als das Wetter schlechter wurde, sind wir einfach mit ihm ins Foyer auf’s Sofa umgezogen.

(Auf die Zimmer gehen wir nicht.)

Und dort hat eins zum anderen geführt, und immer mehr Leute freundeten sich mit ihr an.

Die Havis machen es einem aber auch sehr leicht. Ich kenne vielleicht eine Handvoll Menschen in unseren 3 gemeinsamen Jahren jetzt, die den Hund gar nicht mochten oder lieber Abstand gehalten haben.

Wie man einen kaufaulen, gestressten Hund zum Knabbern bringt

Nikita ist in den letzten Monaten recht faul geworden. Sie lässt harte keksartige Leckerli liegen, nimmt nur noch schönes getrocknetes Fleisch.

Sie hat zwar Geweih, Büffelhorn, Rippen und Hartkäsestangen zum Nagen, ignoriert die aber. Kriegt auch kein Trocken-, sondern Dosenfutter.

Das machte sich inzwischen schon in Mundgeruch und Zahnverfärbung bemerkbar.

Und seit Weihnachten/Silvester ist sie gestresst, nervöser, hatte ja weniger ihre gewohnte Routine. Hatte unter anderem auch Verstopfung über die Feiertage. (Jetzt ist das wieder okay.)

Deshalb hab ich heute ihr Knabberzeug gepimpt:

Das ist ein Stück Büffelhorn mit einer abgenagten Rinderrippe drin. Hab einige Stücken Trockenfleisch dazwischen geklemmt, und schon geht’s hier ab

Neue Tricks, die ich gern mit ihr lernen möchte

Nikita und ich lernen sehr gern zusammen Neues, oft weiß ich nur nicht, wie ich mich ihr verständlich machen soll …

Ich übe grad, dass sie mir ihren leeren Futternapf bringt, aber das hat sie noch nicht kapiert.

Wie gebe ich ihr zu verstehen, was ich von ihr will??

Flurparty

„Selten so’nen fröhlichen Hund gesehen.“

Draußen regnet es, also wollte ich mit Nikita nur kurz in unseren Hof, um ins Beet zu pieseln 😉 (Ein Vorteil eines Begleit- und Gesellschaftshundes im Vergleich mit Arbeitshunden.)

Aber Abwechslung hat sie trotzdem genug bekommen, weil sie so süß und neugierig ist und einfach bei der Nachbarin zur offenen Wohnungstür rein spaziert ist.

Plötzlich hatten wir ’ne Flurparty im Treppenhaus: Besagte Nachbarin, ihr Mann, die Mitarbeiterin einer Firma im Haus, eine Kundin mit ihrem kleinen Sohn und schließlich noch der junge Nachbar von ganz oben.

Alle lieben Nikita.